Bundesverband Hausärztlicher
Internisten e.V.

Herzlich willkommen auf der Homepage des BHI.

Der Bundesverband Hausärztlicher Internisten - BHI - e. V. vertritt die berufs- und gesundheitpolitischen Interessen hausärztlich tätiger Internisten und Internistinnen. Wir setzen uns dafür ein, dass auch in Zukunft weiterhin Internisten, neben der Allgemeinmedizin die hausärztliche Grundversorgung übernehmen. Der Verband ist offen für alle hausärztlich tätigen Kollegen die eine qualifizierte medizinische Tätigkeit mit und ohne Schwerpunkt pflegen. Lernen Sie uns und unsere Aktivitäten auf diesen Seiten kennen.

BHI-Newsletter Juni 2020: Hausärztliche Versorgung in der Corona-Pandemie

Der erste Sturm scheint vorbei! Nachdem die Versorgung in unseren Praxen zunächst durch das Fehlen von Schutzausrüstung und das etablieren von teils täglich veränderten Pandemieabläufen geprägt war, ist nun weitest gehende Ruhe eingekehrt und die neuen Abläufe haben sich eingespielt.

Wir haben Schutzscheiben installiert, Wartezimmerkapazitäten reduziert, Infektionssprechstunden eingerichtet, Abstriche entnommen, Videosprechstunden angeboten und Routinetermine reduziert. Es wurde ein erheblicher Aufwand zum Schutz unserer Patienten und zur Eindämmung der Pandemie betrieben. Hierfür sei allen Kolleginnen und Kollegen, die auch in schwierigen Zeiten weiter Ihren Versorgungsauftrag erfüllt haben, auch von dieser Stelle gedankt. Ob wir uns in einer Ruhe vor dem nächsten Sturm befinden, mag zurzeit niemand valide beantworten. Sicher ist jedoch wir werden noch einige Quartale mit dem Virus leben müssen.

Viele von Ihnen werden mittlerweile zu einem eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt sein. Unsere chronisch und akut Kranken trauen sich vermehrt wieder in die Praxis. Trotzdem kann von Normalität noch keine Rede sein. Wenn wir weiterhin verantwortungsvoll handeln wollen, müssen wir auch in Zukunft nicht zwingende Routinetermine, wie z.B. für die vielen stabilen DMP-Patienten unterlassen. Und da wirkt die Pandemie wie ein Brennglas auf unsere überhandgenommene Versorgungsrealität von nicht akut kranken Patienten. Zeitaufwand und Vergütungen für Check-up, DMP, Hautkrebsscreening, Geriatrisches Basisassesment und für sonstige Routinekontrollen stehen in keinem guten Verhältnis mehr zur Versorgung von akut Kranken. Dementsprechend werden wir trotz Rettungsschirm finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssen. Vielleicht ist es an der Zeit mal wieder grundsätzlich darüber nachzudenken, wofür und wie wir in Zukunft vergütet werden möchten. Die Möglichkeit Telefongespräche, auch mehrfach abrechnen zu können war ein richtiger Schritt, jedoch in keiner Weise kostendeckend. Als Minimalziel muss die Versichertenpauschale auch bei telefonischen Arzt-Patienten Kontakt abrechenbar werden.

Sollte das Infektionsgeschehen wieder Fahrt aufnehmen, wird viel von der Einsatzfähigkeit der Gesundheitsämter abhängen. Für eine rasche Testung von möglichen Überträgern, scheinen dort allerdings weiterhin nicht die personellen Ressourcen zu bestehen. Es liegt nahe, hier auf die Hausarztpraxen zurückzugreifen. Bei entsprechender Finanzierung sollten wir uns hierfür vorbereiten und anbieten. In Berlin scheint diese Zusammenarbeit jedoch zurzeit nicht gewünscht zu sein. Man kann nur hoffen, dass hier in Zukunft die Einsicht wächst.

Was kommt sonst?

Spätestens 2022 kommen die unsäglichen ambulanten Kodierichtlinien wieder auf uns zu. Sicher ist, die geplanten Vorschriften werden unsere Arbeit nicht erleichtern. Besonders aufwendig wird die neue Kategorisierung von Dauerdiagnosen werden. Hier dürfen in Zukunft nur noch Dauerdiagnosen in die Abrechnung gehen, wenn Sie im entsprechenden Quartal tatsächlich eine Rolle bei der Behandlung gespielt haben. Es empfiehlt sich daher frühzeitig, die bisher hinterlegten Dauerdiagnosen im PVS zu überprüfen.

Ebenfalls ab 1-2021 müssen alle Praxen an die sichere digitale Kommunikation (KIM) angeschlossen sein, verpflichtend muss zunächst nur die AU- Bescheinigung an die Kassen digital übermittelt werden. Weitere digitale Anwendungen werden folgen. Ob damit die Arbeit in der Praxis einfacher wird, mag man bezweifeln. Intelligente digitale Lösungen sind sicher begrüßenswert, wenn ich aber von meiner PVS bei jeder Verordnung von Paracetamol daran erinnert werde, dass ich ein grünes Rezept benutzen muss, fühle ich mich und meine Ausbildung absolut missachtet.

Trotzt allem bin ich gerne hausärztlicher Internist und wenn wir uns kritisch einmischen und zu Wort melden, können wir vielleicht in Zukunft, die eine oder andere Regelung vom grünen Tisch verbessern. Schreiben Sie uns gerne Ihre Ideen oder auch nur Ihren Ärger. Wir versuchen weiterhin für Sie da zu sein.

Liebe Grüße

Dr. Kai Schorn

Vors. BHI

CORONA-PANDEMIE

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir erleben eine bisher kaum vorstellbare gesundheitliche Krise, die auch von uns Hausärzten besonnenes und rationales Handeln erfordert, auch um unsere Krankenhäuser zu entlasten. Wir müssen unabhängig von wirtschaftlichen Interessen alle Routinetermine unterlassen und uns auf die Behandlung des wirklich notwendigen konzentrieren. Wir müssen insbesondere unsere alten und chronisch kranken Patienten schützen und Sie so gut wie möglich vom normalen Praxisbetrieb fernhalten. Wir werden weiter viel telefonieren müssen und sollten versuchen gut erreichbar zu bleiben. Der BHI hat nicht die personellen Ressourcen eigene Praxishilfen zu erstellen. Wir verweisen hier gerne auf die Seiten des Hausärzteverbandes. Auch die die DEGAM und DEXIMED haben entsprechende Informationen veröffentlicht. Die tägliche Information auf den Seiten des RKI ist bei Ihnen sicherlich bereits selbstverständlich. Zur Praxisorganisation kann auch der Influenza-Pandemie-Plan hilfreiche Anregungen geben.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft, bleiben Sie gesund.

Dr. Kai Schorn Vors. BHI

Kooperation mit Deximed

DEXIMEDDeximed ist das unabhängige Onlinemedium für Hausärzte. Es bildet über einen einzigen Zugang den neuesten Stand der gesamten Hausarztmedizin ab, ist strukturiert wie ein Handbuch, aber viel umfangreicher und kontinuierlich aktualisiert, und liefert auch zu schwierigen Themen umfassendes, verlässliches und evidenzbasiertes Wissen. Ab Dezember 2019 können BHI-Mitglieder für den stark vergünstigten Preis von € 134,-/ Jahr mit Deximed arbeiten. BHI Neumitglieder können Deximed im ersten Jahr ihrer Mitgliedschaft kostenlos nutzen. Der BHI übernimmt die vollständigen Kosten, im zweiten Jahr 50% der Kosten. Nutzen Sie jetzt dieses befristete Angebot und werden Sie BHI-Mitglied.

Der BHI unterstreicht mit diesem Angebot sein Engagement für eine hochwertige Fort- und Weiterbildung niedergelassener Internisten.

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